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13.02.2015 Die Nacht der Hexen, DK

In der Unteren Altstadt und im Marstall machen die Narren ordentlich Stimmung

Den Schrannenplatz suchten am Weiberfasching auch Hexen aus Eichstätt heim. Sie hatten sich eigens für ihren Abend in Neuburg auf der Herfahrt ein Gedicht zu „Hexenhut und Hasenblut“ ausgedacht. - Fotos: Hammerl

„Hexenhut und Hasenblut, die tun unsrer Seele gut“, rezitieren die Hexen aus Eichstätt. „Wir haben gehört, singende Hexen kriegen einen Schnaps“, erklärt Astrid. Damit liegt sie in den Wirtschaften der Unteren Stadt richtig. Dort geht es zu Weiberfasching ebenso rund wie im Marstall.

Der Abend braucht eine gewisse Anlaufzeit, denn leider fällt die Zuschauerresonanz auf den Einzug des Fanfarenzugs samt Hexensprung wieder relativ überschaubar aus. Die Bläser und Trommler tun ihr Bestes, die Hexen zum wagemutigen Sprung übers Feuer zu motivieren, unterstützt werden sie von den Feuerspeiern Spectaculum de diabolico, die ihnen zusätzlich einheizen. Rainer Bartsch, musikalischer Leiter des Fanfarenzugs, ist gruselig anzusehen mit seiner Totenkopfmaske, sein Gefolge steht ihm kaum nach. Ein paar Sprünge, ein kleiner Hexenmeister, der im „Engelchen-Flug-Modus“ übers Feuer gelangt und einige ironische Anmerkungen der Musiker, die für knapp springende Hexen ein niedrigeres Feuer fordern oder gar: „Ein Flächenbrand muss her“. Wenigstens einen inneren serviert Silvia Heueisen, die mit einem Tablett herumgeht, ehe der Fanfarenzug mit Anhang im Marstall verschwindet, um dort die erste Stimmungsrunde zu zünden.

Die „einzige Weiberband Neuburgs“ übernimmt das für den Rest der Nacht. Mangels zündender Kostümidee sind die Musiker der Band Chlorfrei auf das Naheliegende gekommen und haben sich mit Leib und Seele dem Weiberfasching verschrieben, erzählt Ansager Michael(a) und stellt die Kolleginnen vor: Anton(ia), Johanna alias Hans, Helga alias Holger, Fran(zis)k(a) und unterm Schleier Benny alias Aishe, für die es „beinahe kein Visum gegeben hätte“. Nur die Stimmen müssten im Laufe des Abends noch ein wenig höher werden, womit naturgemäß nur Irena im Pippi-Langstrumpf-Look kein Problem hat. In der Pfadfinderküche steht wie gewohnt Manfred Enders und serviert Hexensuppe und Teufelsfinger sowie die begehrten Hexenburger. Teufel, Zauberer, Ärzte und Krankenschwestern, Clowns, Wikinger und allerlei Getier wirbeln auf der Tanzfläche kräftig durcheinander. Dank des strikten Sicherheitskonzeptes der Neuburger St.-Georg-Pfadfinder bleibt ihnen dafür genügend Platz auf der Tanzfläche, nur ganz vorn an der Bühne wird es zeitweise eng. Eng geht es auch an der Wichtelhütte zu, auf dem Schrannenplatz kullern schon zu früher Abendstunde die ersten leeren Glasflaschen umeinander, und überall ziehen die Maschkerer in Gruppen durch die Stadt. Vielleicht etwas weniger als in den vergangenen Jahren sind die Gruppen mit gemeinsamer Verkleidung geworden, dafür haben sich einige etwas ganz Besonderes ausgedacht. Wie die vier Neuburgerinnen, die dem Zauberwürfel zur Wiedergeburt verhelfen. Susanne kam nach einer 80-Jahre-Party auf die Idee, und nun tragen Kornelia, Nicki und Susi ebenfalls den Würfel auf dem Kopf. „Gibt’s im Internet“, verrät Kornelia, die es „hier einfach super findet“. Die Vier sind jedes Jahr dabei, denn beim Neuwirt ist die Hölle los, wo Anke Deiml jeden Gast mit einem Partyschnaps begrüßt. Am liebsten natürlich die, die tatsächlich einen Hexengesang oder ein Gedicht mitgebracht haben. Wie die sechs Mädels aus Eichstätt, deren Gesang so weitergeht: „Kräutersaft gibt uns Kraft, daher nimm ein großes Glas und schenk uns ein – aber nur den guten Wein“.

>Neuburg (DK)