01.02.2010 Der Marstall wird zur Hexenhöhle, DK
Fleißig am Schmücken: Die Jungpfadfinder Julia Seidel, Luca Steinlein, Daniel Seidel und Julia Steinlein (v.l.) befestigen Krepppapierstreifen an den Tarnnetzen, so dass daran Schwarzlichtlampen herabhängen können. - Foto: ahl
Im Wald, da sind die – nein, nicht die Räuber, sondern die Hexen. In eine düstere Höhle in tiefem Zauberwald verwandeln derzeit die St. Georg-Pfadfinder den Marstall. Die Tarnnetze hängen bereits über der Tanzfläche für den Weiberfasching am Donnerstag, 11. Februar.
Die Netze sorgen nicht nur für das passende Hexenwaldambiente, sondern haben auch einen ganz praktischen Sinn: "Sie verbessern die Akustik", verrät Silvia Heueisen. Mit der kämpfen im ehemaligen Pferdestall Ottheinrichs alle Musiker. Professionell löst die Band "Chlorfrei" das Problem und hat sich daher auf dem Weiberfaschingsball der Pfadfinder bewährt.
"Tanz ums Feuer"
Deshalb wird sie auch heuer wieder den Hexen und ihrem Gefolge auf die Sprünge, sprich die Tanzfläche helfen. Springen dürfen die Maschkerer natürlich auch, denn mit dem traditionellen "Tanz ums Feuer", zu dem der Fanfarenzug den Marsch blasen wird, beginnt das närrische Treiben gegen 20 Uhr am Lagerfeuer vor dem Marstall.
Seit zwei Wochen sind aktive Pfadfinder und Ehemalige mit dem Aufbau beschäftigt, noch einmal so lange werden die Vorbereitungen andauern. Dabei kommt auch der Spaß nicht zu kurz, und tierisch ernst geht es ohnehin nicht zu. "Eigentlich sollten uns die Wölflinge heute helfen und Geister basteln", erzählt Stammesführer Oliver Sowa mit einem Lächeln. Denn die Jüngsten der DPSG Neuburg haben sich gegen die Geister und fürs Toben im Schnee entschieden. Dafür helfen seine Jungpfadfinder eifrig mit und befestigen Krepppapierstreifen an den Tarnnetzen.
Schwarzes Licht
An ihnen wiederum werden später fluoreszierende Schwarzlichtlampen baumeln und für Lichteffekte sorgen. Wie viele Streifen, wie viele Lampen? "Tausende", antwortet Heueisen lachend – und alle werden in Handarbeit angebracht, frühere Rationalisierungsversuche mit Brettern und Tacker verliefen im Sande, Krepppapier lässt sich nicht einlagern. Den Jungpfadfindern macht das nichts aus, Streifen für Streifen hängen sie auf, und plötzlich kommt Leben in die Bude.
Spaß bei der Arbeit
Schon von weitem kündigt ansteigender Lärmpegel die Wölflinge an, die nun doch noch basteln wollen. Cola und Krapfen warten schon auf sie, und Daniel Gesche, der sich mit Sowa die Bürde der Stammesführung gleichberechtigt teilt, hält als Erster ein fertiges kleines Gespenst in der Hand.
Heueisen verteilt Krapfen und Hexenmasken an die Wölflinge, Samantha fischt selbst mit ihrem Hexenbesen nach weiteren Requisiten. Spaß muss sein, Arbeit haben die Pfadfinder ohnehin genug. Rund 50 Ehrenamtliche, darunter viele Ehemalige um Gerhard Mattik, aber auch befreundete Pfadfinder aus Augsburg und Donauwörth, werden am unsinnigen Donnerstag mithelfen, den besten Service für die Gäste zu bieten. Dazu gehört die Bar mit Hexentrunk nach Geheimrezept, mit oder ohne Alkohol. Apropos Alkohol – nichtalkoholische Getränke sind preiswerter als alkoholische, dazu empfiehlt die Hexenküche unter anderem Suppe.
Sicherheitskonzept
Die im Vorjahr erstmals angebotene Garderobe wird es wieder geben, damit jeder in seiner eigenen Jacke heimgehen kann. Ein professionell erstelltes Konzept sorgt wieder für höchstmögliche Sicherheit.
Den Erlös der Veranstaltung stecken die Pfadfinder komplett in die Jugendarbeit, geplant sind ein Stammeslager an der Nordsee und ein Anbau an den Pfadfinderturm.
Karten für den Weiberfasching sind im Vorverkauf im Neuburger Bücherturm für sechs Euro erhältlich. An der Abendkasse kostet der Eintritt acht Euro, ein Hexentrunk inklusive. Gruppen ab zehn Personen erhalten auch an der Abendkasse den Vorverkaufspreis von sechs Euro.
