31.08.2009 Lagerfeuer, wütender Hausbesitzer und eine Schatztruhe, DK
Im Schein des Lagerfeuers werden die einzelnen Stücke der Schatzkarte zusammengefügt und gedeutet. - Foto: kck
Keine Tränen, keine großen Worte: einfach nur "Tschüss" heißt es Freitagnachmittag am Parkplatz der Schlößlwiese. Dann setzen sich 14 Paar Füße in Bewegung. Der Abschied von den Eltern fällt kurz aus, denn der Ausflug soll lediglich bis Sonntag dauern. Dann werden sie ihre Sprösslinge ja wieder sehen. Und überhaupt: Ausrichter der Tour sind die Neuburger Pfadfinder, was soll da schon passieren
Überraschung am Abend
Die Tour, um die es hier geht, findet im Rahmen des KJR-Ferienprogrammes statt. Bei einer solchen Wanderung muss man natürlich auch gut ausgerüstet sein. Darum packen die Kinder Decken, Spaten, Schlafsäcke auf ihre Rücken. Die Verteilung übernimmt Gerhard Mattick. Zusammen mit Daniel Gesche, Iris Schiebel und Paola Pfützner-Zijlstra trägt er in den kommenden Tagen die Verantwortung für die Gruppe. "Der Weg ist das Ziel", gibt er vor Beginn das Motto für die Tour aus.
Erste Station auf dem Weg ist die Neuburger Burg. Auch kurzzeitig einsetzender Regen am späten Nachmittag kann die Teilnehmer nicht aus dem Tritt bringen. Als Ziel für den ersten Abend hat man sich eine Hütte auserkoren, romantisch im nahen Wald nördlich von Neuburg gelegen und ruhig genug, um sich entspannt auf den nächsten Tag vorzubereiten. So hat man es sich zumindest vorgestellt.
Denn gerade, als man das Abendessen beendet hat und zum gemütlichen Teil des Abends übergehen will, kommt plötzlich und unverhofft ein Mann des Weges und stellt die Gruppe zur Rede, was sie hier zu suchen hätte.
Es stellt sich heraus, dass er der Besitzer der Waldhütte ist. Sollte die Gruppe nicht verschwinden, würde er die Polizei holen, droht der Mann. Was für ein Schock! Es gelingt schließlich, dem Hausbesitzer einen Kompromiss abzuringen: Wenn man das Areal von den angesammelten Abfällen befreie, dürfe man zumindest die Nacht an der Hütte verbringen.
Ein bisschen eingeschüchtert beginnt man mit der Säuberungsaktion. Doch was ist das? In einer dieser Flaschen steckt doch was! Die Kinder holen einen eingerollten Zettel hervor. Das sieht ja aus wie eine Karte. Eine Schatzkarte! Leider ist kein Ziel darauf zu finden, denn es sieht so aus, also ob wichtige Teile fehlen. Gut, dass bei der Karte ein Hinweis auf ein weiteres Kartenteil versteckt ist. Also dann nichts wie auf die Suche nach diesem fehlenden Stück. Irgendwas muss doch da zu finden sein. Der Weg ist das Ziel? Von wegen!
Schatzsuche um Neuburg
Am nächsten Morgen macht man sich also auf den Weg. Der Hinweis führt die Gruppe geradewegs unterhalb des Arcoschlösschens. Das gesuchte Kartenstück finden die Kinder schließlich in der Maria-Grotte an der Donau. Doch auch dieser Teil der Karte zeigt lediglich, wo ein drittes Stück versteckt ist. Der Ausflug entwickelt sich schön langsam zu einer richtigen Schnitzeljagd. Die nächste Station ist das Isabella-Braun-Denkmal. Hier wartet ein Rätsel auf die Kinder, dessen Lösung mit einem weiteren Stück der Karte belohnt wird. Weiter geht es zum Ottheinrichsturm und zur alten Burg, wo man das letzte Teilstück entdeckt. Im "Kamelbuckel", einer Sommerlinde, findet sich schließlich in einem der charakteristischen Löcher des Baumes ein Schlüssel, der allem Anschein nach zur Truhe gehört. Der Karte folgend, kommen die Teilnehmer zu ihrer Überraschung wieder direkt zur Waldhütte zurück. Nun heißt es aber graben und unter einer Erdschicht von nur wenigen Handbreit Dicke, stößt man schließlich auf einen braunen Gegenstand. Die Truhe!
Groß werden die Augen der Kinder, als sie die Holzkiste aus der Erde ziehen. Was da wohl drin verborgen ist? Den Schlüssel ins Schloss gesteckt und umgedreht, hebt man langsam den Deckel hoch. Knarzend gibt er den Blick ins Innere der Kiste frei. Den Schatzsuchern schimmert es nun gülden entgegen. Ein Biss, um sich von der Echtheit der Materials zu überzeugen, offenbart aber eine weitere Überraschung: die gefundenen Taler sind nicht aus Gold, sondern aus Schokolade.
In diesem Moment biegt der "Hausbesitzer" Joachim Werner um die Ecke und begrüßt die Tourleitung per Handschlag. Was wird denn hier gespielt? Zusammen erklären sie den verdutzten Kindern, dass dass die Szene mit dem tobenden Hausbesitzer am vorangegangenen Abend nur gestellt war. Die Kinder sollten einfach nur auf die richtige Fährte gelockt werden. Der Weg ist also doch das Ziel gewesen.
