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05.12.2009 "Da kann kommen was will, ich bleib' der Krampus", NR

Neuburg Allen Eltern, die ihren Kindern gern aus der Zeitung vorlesen, ihnen aber nicht die Illusion vom berühmten Bischof mit dem roten Mantel und seinem grantigen Helfer nehmen wollen, sollten diesen Artikel nicht laut lesen. Hier dreht sich nämlich alles um den Nikolausdienst des Neuburger Pfadfinderstammes, der heute und morgen wieder in viele Haushalte der Ottheinrichstadt kommen und große und kleine Kinder beschenken und auch belehren wird. Die Neuburger Rundschau hat sich mit Pfadfinder Thomas Jacobsen unterhalten, der seit mehr als sechs Jahren als Krampus, also als Knecht Ruprecht, mit seinen Kollegen unterwegs ist.

VonSebastian Hofmann

Pfadfinder ist der 22-jährige Thomas Jacobsen schon seit mehr als 15 Jahren. Seit er 16 Jahre alt ist schlüpft er zum 6. Dezember hin Jahr für Jahr in einen langen schwarzen Fellmantel, zieht sich Bart und verfilzte Haare über und nimmt die Rute in die Hand. "Ich mach das quasi schon in zweiter Generation. Mein Bruder Micha war bis 2002 auch Krampus, dann hab ich das übernommen", erzählt Thomas Jacobsen. Hauptsächlich macht er diesen "Job" aus Spaß, wie seine rund 20 Kollegen eben auch. "Wir kämpfen auch irgendwie gegen das Vergessen an. Leider ist ja bei uns auch der Weihnachtsmann immer mehr im Kommen, dabei verschwindet der Nikolaus meist aus den Wohnzimmern. Außerdem ist es für jeden von uns schön, Kindern eine Freude zu bereiten", sagt der Hobby-Krampus.

Die Pfadfinder sind dabei immer in Viermannteams unterwegs. Ein Springer klingelt bei den "Kunden" und holt Notizzettel und Geschenke ab. Dann sind da natürlich noch der Nikolaus und sein Helfer. Zu guter Letzt ist da auch noch ein Fahrer, der die Truppe von einem Termin zum nächsten fährt - denn das können schon mal zehn an einem Abend sein.

Mit der Freude bei den Kindern über den außergewöhnlichen Besuch ist das manchmal allerdings so eine Sache - erst recht, wenn man den Knecht Ruprecht mimt. "Ich muss ja quasi immer den Bösen und Ungehobelten spielen", sagte Thomas Jacobsen, allerdings mit einem Grinsen im Gesicht. "Ich hab noch keinem Kind eins mit der Rute gegeben. Wenn einer was abbekommen hat, dann war das immer ein vorlauter Vater."

Dennoch, der Respekt vor Bischof Nikolaus und seinem Assistenten ist bei den Kleinen immer noch da. "Die meisten Kinder weichen erst mal zurück, wenn der Nikolaus und der Krampus ins Wohnzimmer kommen. Andere dagegen haben schon als Knirpse ein großes Selbstbewusstsein und keine Angst vor uns."

Die Pfadfinder haben mittlerweile sogar Stammkunden, die den Nikolausdienst viele Jahre hintereinander nutzen. "Zu bestimmten Familien in und um Neuburg kommen wir immer wieder und auch immer wieder gerne", sagt der Krampus. "Da fallen mit den Jahren natürlich auch wieder welche weg, weil ja die Kinder auch älter werden."

Neuburg (nr)