21.02.2009 Im Neuburger Hexenkessel brodelte die Stimmung, NR
Neuburg Narren aller Coleur, vorrangig Hexen, stellten in den Nachtstunden des Lumpigen Donnerstag die Donaustadt lautstark und fröhlich auf den Kopf. Längst ist dieser Tag kein reiner Weiberfasching mehr, waren doch auch scharenweise Männer, verborgen hinter Frauenmasken, unterwegs. Spätestens zum Freischnaps oder wenn das Kondenswasser darunter kochte, gaben sie ihre Tarnung auf und die Maske rutschte nach oben. Den Anspruch des Neuburger Hexenkessels erhob der Marstall für sich.
VonXaver Habermeier
Die brodelnde Stimmung im Marstall ist längst Legende und so stürmten auch heuer wieder rund 500 Maskerer aus der ganzen Region den historischen Gewölbebau - dies aber erst im Laufe der langen Nacht. Zum Auftakt auf dem Ottheinrichplatz blieb man in bedauerlich kleiner Runde rund ums Feuer versammelt. Nicht mehr als 50 Zaungäste säumten den Treffpunkt. Pünktlich um 20 Uhr durchbrach dann Trommelwirbel die Stille in der Altstadt und die Frauen und Männer vom Fanfarenzug Ottheinrich, wüst verkleidet als Hexen mit Hakennasen, übernahmen das Kommando. Hexenmeister Daniel Gesche (Pfadfinder-Chef) und Sylvia Heueisen sprangen über das Feuer und weitere Hexen machten es nach. "Damit laden sie unter ihren Röcken Energie für eine lange, heiße Nacht auf", erklärte der Hexenmeister die martialische Eröffnungszeremonie.
Musikalische Einheizer begeistern Narrenvolk
Drinnen, im Marstallkomplex kümmerte sich ein 50-köpfiges Team der Pfadfinder um die durstigen Kehlen, für den Hunger servierten sie Hexensuppe. Mit musikalischen Einheizern begeisterte die Band "Chlorfrei" das Narrenvolk. Neben den wilden Hexen tummelten sich Mönche, Biene Maja und ihr Willi, Elfen, Clowns, Cowboys sowie Tiere und Gestalten aus der Märchen- und Fabelwelt. Wer Abwechslung vom Spektakel in der Altstadt suchte, machte sich auf zum Bummel durch die Kneipen der Stadt.
Trotz knackig kalter Temperaturen mit zehn Grad minus herrschte vor allem auf dem Schrannenplatz ein reges Treiben der "Zivilen" und Maskierten. Wie bei der sechsköpfigen Hexengruppe aus Ingolstadt. "Wir sind erstmals beim Neuburger Hexenfasching. Die Stimmung ist unvergleichlich, vor allem freut uns, dass in jeder Kneipe Hochbetrieb herrscht", sagte Melanie Kerschenlohr aus der Schanz auf dem Schrannenplatz. Sie hat sich mit ihren Freundinnen die ganz große Tour vorgenommen. Anders Jürgen Stöger: "Heuer ist es für einen Kneipenbummel viel zu kalt". Nach einem Bier an der Freiluftbar vor dem Zeitlos zieht es ihn mit seiner "Pipi Langstrumpf" alias Maria Giordano hinauf in den Marstall. Dort wollen sie länger bleiben. "Solange eben was los ist", setzt er drauf.
Stimmung kocht bis in die Morgenstunden
