04.03.2011 Ein Epizentrum der guten Laune, NR
34. Neuburger Hexentreiben war auch heuer wieder ein Renner
Neuburg Ausnahmezustand herrschte in Neuburg wieder am Lumpigen Donnerstag, als die Hexen das Regiment in der Stadt übernahmen. Pünktlich zum Auftakt um 20 Uhr durchbrach der Neuburger Fanfarenzug mit Getöse, Trommelschlägen und Trompetenfanfaren die Ruhe in der Altstadt. Dann stürmen wüst gekleidete Hexen vom Fanfarenzug und den Pfadfindern mit Hakennasen und Besen den Ottheinrichplatz, tanzten ums Feuer und sprangen über die züngelnden Flammen. Mittendrin eröffneten die beiden „Oberpfadfinder“ – die Vorsitzenden Daniel Gesche und Oliver Sowa – den 34. Neuburger Hexenfasching. Unzählige Narren aller Couleur, vorrangig Hexen, stellten dazu die Donaustadt lautstark und fröhlich auf den Kopf. Längst ist dieser Tag kein reiner Weiberfasching mehr, waren doch auch scharenweise Männer, verborgen hinter Frauenmasken, unterwegs. Spätestens zum Freischnaps oder als der Schweiß in Strömen floss, gaben sie ihre Tarnung auf und die Maske rutschte nach oben.
Eines vorweg: Passiert ist im Vergleich zu den Vorjahren heuer weniger. Wolfgang Brandl, Dienststellenleiter der Polizeiinspektion Neuburg, sprach von drei Einsätzen. Allerdings bemängelt er die Verunreinigungen, vor allem die vielen Glasscherben, in der Stadt. Als gefährlich bezeichnet er die Situation in der Hertleinkurve: „Hier muss sich künftig bei solchen Veranstaltungen was ändern, denn angetrunkene Personen mitten auf der Straße gefährden sich und die Autofahrer.“
Zufrieden mit dem Ablauf des Spektakels im Marstall zeigte sich Oliver Sowa. „Und das, obwohl 1000 Maschkerer da waren“. Bewährt habe sich laut Organisatoren das Sicherheitssystem mit Profi-Securities. „Die mussten sogar kurz vor 2 Uhr nachts den Marstall sperren, wir waren bis auf den letzten Stehplatz voll“, so Sowa. Mit Neuerungen, wie die Dekoration sowie Illumination und der Band „Chlorfrei“ als Einheizer, herrschte dort bis um 4 Uhr buntes Treiben. Laut Sowa mussten die Sanitäter lediglich einen Betrunkenen behandeln. Um den Wünschen der treuen Gäste nachzukommen, wünschen sich die Neuburger Pfadfinder Anregungen, etwa was an der Tradition des Hexenfaschings toll ist, oder anders gemacht werden soll. Dazu haben sie auf ihrer Homepage einen Link eingerichtet.
Dem Hexenfasching im Marstall zollte Monika Sdralek, die als Piratenbraut unterwegs war, ein dickes Lob: „Einfach super und eine Bombenstimmung hier.“ Sdralek ist faschingserfahren, stammt sie doch aus Bonn, einer der rheinischen Narrenhochburgen. So wie sie haben sich viele Närrinnen und Narren in der Nacht des „Gumpigen Donnerstags“ die große Kneipentour vorgenommen. Mit einem Lied oder einem Spruch ergattern die „Maschkerer“ in den Kneipen oder Bars einen Freischnaps. Auf dem Schrannenplatz standen Bierwagen und viele Flaneure genossen die Ausnahmeregelung, den Ausschank und die Musik bis um 2 Uhr.
Allerdings musste man sich bei den Minustemperaturen für die Party im Freien warm anziehen. Hitziger war es in den Lokalitäten, die zum Bersten gefüllt waren und wo das Stimmungsbarometer am Siedepunkt war. So auch im Epizentrum des Neuburger Weiber- und Hexenfaschings, dem Marstall, wo für viele die lange Nacht begann und am frühen Morgen des Rußigen Freitags auch wieder ausklang. Die meisten Besucher waren sich am Ende dieser wilden Nacht einig, was Fasching bedeutet: Spaß am Verkleidungsspiel, Menschen kennen- lernen, tanzen und feiern.
