
13.07.2007 Junge Generation hat null Bock auf Langeweile, DK
Kräftig angepackt wird derzeit im gesamten Landkreis dank der Aktion "Drei Tage Zeit für Helden". Hier ist die Gruppe der Wasserwacht Neuburg zu sehen. - Foto: Janda
Noch bis Sonntag Abend haben 420 Kinder und Jugendliche (und auch Erwachsene) im Landkreis eine große Gemeinsamkeit: Sie alle sind Helden!
Die zehn Gruppen in Neuburg und Umgebung haben am Freitag gleich gezeigt, was in ihnen steckt. Im Eingangsbereich der Kliniken St. Elisabeth toben sich Teile der Wasserwachtjugend und der Pfadfinder beim Malen aus. Die provisorischen Baustellenwändesollen ihre triste graue Farbe verlieren, so dass bald neben den Heldenlogos auch die heilige Elisabeth in den kräftigsten Farben zu sehen ist. Im Garten der Kliniken geht es währendessen an schweißtreibendere Arbeit: Hinter ihrer zukünftigen Halle legen die Jungs und Mädels der Wasserwacht einen Barfußweg mit verschiedenen Bodenbelägen an. Zwei Tastbretter sollen auch noch folgen.
Noch relativ stressfrei sieht die Arbeit des Juniorclubs aus Schrobenhausen aus. Doch der Eindruck täuscht. Die Jugendlichen müssen am Sonntag einen Spielzeugflohmarkt organisieren und durchführen. Dass dabei Spielsachen benötigt werden, versteht sich von selbst. Deswegen ist das Team auch schon mit Feuereifer dabei, die Werbetrommel mit selbstgemachten Plakaten kräftig zu rühren. Ebenfalls (noch) recht sorglos ist die Arbeit der Jugendgruppe Heinrichsheim. Die mit fünf Personen kleinste Gruppe im Landkreis hatte sich am Freitag bei den Supermärkten in der Nördlichen Grünauer Straße postiert und Lebensmittel für die Neuburger Tafel gesammelt – und das schon überaus erfolgreich. Doch zufrieden sind die fünf noch lange nicht. Am heutigen Samstag sind sie ab 11 Uhr auf dem Neuburger Markt am Schrannenplatz, um frisches Obst und Gemüse zu sammeln. Danach geht es voraussichtlich wieder an den Standort vom Freitag, bevor sie die Lebensmittel am Sonntag in einer Sonderausgabe an Bedürftige verteilen.
Eine besonders schmackhafte Aufgabe haben die Neuburger Pfadfinder neben ihrer Mal?aktion in den Kliniken ergattert. Im Garten der Caritasgeschäftsstelle am Spitalplatz werden sie am Samstag und Sonntag einen Pizzabackofen bauen. Für Sonntag ist der erste Testlauf, für den noch Zutaten benötigt werden, vorgesehen. Helfer und Sponsoren sind dabei gern gesehen.
Noch sind nicht alle Projekte mit Sponsoren eingedeckt: die Gruppen von Hauptschule und Jugendzentrum, die in der Asylbewerberunterkunft in der Donauwörther Sraße arbeiten, können durchaus noch Unterstützung gebrauchen (siehe Kasten unten). Die Schülerinnen und Schüler der Hauptschule am Englischen Garten, deren Aufgabe es ist, den Hausaufgabenraum in der Unterkunft neu zu gestalten, mussten erstmal die Wände neu verputzen. Außerdem will die mittlerweile verstärkte Gruppe – viele Mitschüler, die in der Unterkunft wohnen, sind inzwischen dazugestoßen – mithilfe von Vorhängen vor einer Wand die Möglichkeit für Schattentheateraufführungen schaffen. Auch hier liegt noch ein ganzes Stück Arbeit vor den Kindern und Jugendlichen, wie auch vor dem Team vom Jugendzentrum, das dank der Nähe und der Möglichkeiten des JuZe sicher einen kleinen Vorteil gegenüber anderen Gruppen hat. Doch auch da qualmen schon die Köpfe. Für sie gilt es, am Sonntag ein Familienfest in der Asylbewerberunterkunft auf die Beine zu stellen. Neben internationaler Musik – eventuell mit kulturellen Aufführungen der Bewohner – wollen sie eine Art Kinderolympiade durchführen. Dafür werden ebenfallsnoch Sponsoren, etwa für Preise und eine Hüpfburg, benötigt. Einen Spender, der kostenlos Eis an die Kinder verteilt, wünscht sich das Team außerdem. Natürlich sollen alle Interessierten zu dem Fest vorbeikommen.
Ausnahmsweise keinen Bedarf an Sponsoren hat die Gruppe des SC Feldkirchen. Hier wurde am Freitag bereits so gut vorgearbeitet, dass die 52-köpfige Gruppe ihrer Aufgabe furchtlos entgegen sehen kann. Im Seniorenheim St. Augustin sollen zwei Hochbeete mit Kräuterbepflanzung und drei Tastbretter aus verschiedenen Materialien installiert und am Sonntag zusammen mit den Senioren bei Kaffee und Kuchen eingeweiht werden.
Ebenfalls in einem Seniorenheim, allerdings in Bertoldsheim, arbeiten die Ministranten aus Weidorf. Sie haben am Freitag bereits damit begonnen, zusammen mit den alten Menschen Dekorationsartikel zu basteln. Diese werden am Sonntag an einem Verkaufsstand zugunsten des Seniorenheims verkauft.
Völlig außerhalb des Blickfeldes der Neuburger Bevölkerung sind die Gruppe der KLJB Unterstall, die im Wald von Bergen eine 25 Meter lange Trockenmauer als Lebensraum für allerlei Getier aufbaut, und die Freiwillige Feuerwehr Aresing, die mit ihrer eigentlichen Aufgabe, der Renovierung der Wasserwachtstation in Weichering, bereits fertig ist und am Wochenende die komplette Umgebung umgestaltet.
Wer seine Unterstützung zu einem der Projekte anbieten will – ob Material, Verpflegung oder professionelles Know-How – und dazu wissen will, wo die Gruppen zu finden sind, kann sich beim Heldentelefon unter der Nummer (0 84 31) 5 73 45 melden.
