22.02.2011 Wo Hexen übers Feuer springen, DK
Unter der Decke des Marstalls legen Daniel Gesche (Mitte) und seine Pfadfinderkollegen letzte Hand an die Dekoration für den Weiberfasching am Unsinnigen Donnerstag. - Foto: Limmer
Wenn die Hexen auftauchen, dann erreicht der Neuburger Weiberfasching seinen Höhepunkt. Die Vorbereitungen für das Spektakel in der Neuburger Altstadt sind in vollem Gange.
Im Marstall hängen Tarnnetze an der Decke. Darunter haben die fleißigen Helfer der Pfadfinder aus vielen Glühbirnen ein Lichtermeer gezaubert. Jetzt müssen die olivgrünen Netze noch mit allerlei Accessoires dekoriert werden: Spinnen, Hexenmasken und Reisigbesen, finden dort ihren Platz.
Seit drei Wochen dekorieren die Pfadfinder den Marstall für ihren Höhepunkt des Faschings: Den Unsinnigen Donnerstag mit dem traditionellen Weiberfasching. Dann dominieren die Farben schwarz und rot. Die Säulen wurden mit roten Tüchern verkleidet, und die Stehtische haben heuer einen neuen, leuchtend roten Anstrich erhalten. Die Veranstalter erwarten wieder einen vollen Marstall mit vielen Hexen.
"In der Endphase sind wir fast täglich hier", sagt der Neuburger Pfadfinder-Vorstand Daniel Gesche. 40 meist junge Pfadfinder sind für die Vorbereitungen zuständig. Am Abend des Weiberfasching schätzt Gesche die Zahl der Helfer auf 60. Ohne unsere Ehemaligen wäre der Weiberfasching nicht möglich, lobt Gesche die Arbeit der nicht mehr aktiven Pfadfinder.
Der Legende nach, so erzählt Gesche, sollen die Hexen aus Trotz gegen die Hexenverbrennung über ein Feuer gesprungen sein. Dieses Spektakel ist auch vor dem Marstall zu sehen. Der Fanfarenzug und die Feuerspucker "Spectaculum de diabolico" werden zum Auftakt des Weiberfaschings für eine feurige Stimmung sorgen. Im Anschluss wird die Gruppe Chlorfrei die Maschkerer musikalisch unterhalten.
Auch die Küche hat sich etwas Passendes einfallen lassen. Der ehemalige Pfadfinder und jetzige Küchenchef der Kliniken, Manfred Enders, serviert Teufelsburger, Hexenfinger und Hexensuppe. Der Erlös der turbulenten Veranstaltung fließt wieder in die Jugendarbeit der Pfadfinder. Davon werden Zeltlager für Kinder oder attraktive Gruppenfahrten, wie vergangenes Jahr an die Nordsee, bezuschusst. "Es gibt viele Kinder, die sich das sonst nicht leisten könnten", sagt Gesche. Vielleicht hilft auch deshalb die Jugend beim Aufbau so tatkräftig mit.
