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24.02.2017 Stürmischer Weiberfasching, NR

Doch das feiernde Volk in Neuburg ließ sich durch den kräftig blasenden Wind die Laune nicht verderben. Was so alles los war.

VonSilke Federsel

Da musste so manche Hexe ihren Hut gut festhalten, dass er ihr nicht vom Kopf weht, denn am Unsinnigen Donnerstag gab’s immer mal wieder kräftige Sturmböen. Die wirbelten auch die Glut des Feuers vor dem Marstall ordentlich auf, als die Hexen wie jedes Jahr zum traditionellen Sprung über die Flammen ansetzten. Das Spektakel mit Fanfarenzug und Feuerspuckern läutete auch heuer den Beginn des Weiberfaschings ein und war natürlich wieder gut besucht.

Im Marstall machten sich derweil viele fleißige „Krankenschwestern“ und „Ärzte“ an die Arbeit. Die Pfadfinder, die die Feierlichkeiten in den historischen Räumen jedes Jahr aufs Neue organisieren, haben sich für diese Verkleidung entschieden, wie Vorstand Thomas Jacobsen sagte. Für allerlei Wehwehchen an diesem Abend waren er und seine Kollegen bestens gerüstet. „Wir bieten erste Hilfe bei schwerem Magenbrand und haben die perfekten Medikamente für ausgelassenes Feiern“, erklärte er mit einem Augenzwinkern. Eine kleine Kostprobe dieser besonderen Medizin reichte auch ein „Chirurg“ auf einem Tablett – und so ein Schnäpschen kam natürlich gut bei den Besuchern an. Richtig voll wurde es im Marstall aber erst wieder nach 22 Uhr. Dann tanzten Piraten, Cowgirls und Katzen ausgelassen vor der Bühne, an der Bar herrschte dichtes Gedränge.

Im „Neuwirt“ hingegen hatte man schon zu früher Stunde mit einem gewaltigen Andrang zu kämpfen. Schon ab 20.30 Uhr musste ein Türsteher Wartende vertrösten und konnte erst wieder neue Besucher in die Gasträume lassen, wenn andere das Lokal verließen. Das große Interesse war leicht zu erklären: Drinnen herrschte beste Stimmung und es wurde ausgelassen zu „Macarena“ auf den Tischen getanzt.

Gut frequentiert wie immer auch die „Wichtelhütte“, die an ihrem neuen Standort am Donaukai zahlreiche Besucher anzog. Melanie aus Neuburg etwa hatte sich in ein Monsterkostüm geworfen. Normalerweise sei sie im Fasching dann mit ihrem Mann und den beiden Kindern als „Monsterfamily“ unterwegs – alle tragen das gleiche Kostüm. Doch am Weiberfasching müssen Nachwuchs und Gatte daheim bleiben. Da feiert die junge Frau lieber ausgelassen mit Freundinnen. Auch die „Ninja Turtles“ waren dort anzutreffen. Die jungen Männer aus Sehensand hatten ihre Mütter gebeten, ihnen die Kostüme zu nähen. „Weil unsere Nähkünste nicht die besten sind“, sagten sie lachend. Die Betreiber der „Wichtelhütte“, Kalle Grömmer und Rüdiger Mahlo (beide im Babykostüm), freuten sich über den Besucherandrang. Alle Altersklassen seien bei ihnen vertreten und würden friedlich gemeinsam feiern, sagten sie. Schon kurz vor 22 Uhr mussten sie Nachschub bestellen. „Aber auf unsere Lieferanten können wir uns verlassen“, sagte Mahlo.

Auch in den anderen Lokalen und Kneipen wurde bis in die frühen Morgenstunden getanzt, getrunken und gelacht. Zentrum in der Unteren Stadt für die feierwütige Jugend war dann aber wieder einmal der Schrannenplatz. Hier kamen die jungen Leute in kleinen Gruppen zusammen.

Unschöner „Nebeneffekt“: Bereits zu recht früher Stunde war der Platz voll mit zerbrochenen Flaschen und Abfall.

Neuburg (nr)