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12.02.2010 Hexengaudi und fast kein Ärger, NR

Neuburg Brr - da bibberten Betrachter in dicker Winterkleidung schon beim Hinschauen: Viele Maskierte waren am "Unsinnigen Donnerstag" bei Schneetreiben und frostigen Temperaturen auf dem Schrannenplatz leicht bekleidet unterwegs.

"Ein bisschen tanzen, herumtollen und Spaß haben, dann wird uns schon warm", sagte Tina (17). Die junge Frau war nicht allein. Tausende "Maskerer" bummelten in der Nacht zum "Rußigen Freitag" durch Neuburgs Kneipen und läuteten den Faschingsendspurt in der Donaustadt ein. Mit über 900 Besuchern war der Marstall wieder die regionale Hochburg der Hexen.

"Zuerst von rechts, dann von links", brüllte Daniel Gesche, der Hexenmeister der Pfadfinder, als er mit Sprüngen den Auftakt zum Neuburger Hexenfasching eröffnete. Doch irgendwie war es wie verhext, denn keine der Hexen hörte auf sein Kommando. Doch klappte das lustige Springen über die lodernden Flammen ganz ohne Pannen, trotz Flockenwirbels und spiegelglatten Kopfsteinpflasters vor dem Marstall. Eingeleitet wurde das Spektakel vom Fanfarenzug Ottheinrich mit Trommeln und Posaunen. "Mit den Sprüngen übers Feuer heizen sich die Hexen für eine lange, heiße Nacht auf", erklärte Gesche. Das Aufheizen war bei Temperaturen um minus zehn Grad vor allem für Aktivitäten im Freien nötig - etwa in den Straßen der unteren Innenstadt, wo viele Gruppen unterwegs waren. Die Narren fielen in die Kneipen ein, brachten dort ihr Ständchen vor und zogen nach dem obligatorischen Stamperl weiter.

Im Marstall dauerte die Party bis vier Uhr früh

Fast überall dasselbe Bild: Wilde Hexen mit Hakennasen und Warzen übernahmen das Kommando. Daneben tummelten sich Mönche, Schlümpfe, Senftuben, Clowns, Elfen, Engel und Teufel in den gut gefüllten Lokalen. Im im Hofgartentheater und im Hertlein tobten sich die Maskierten auf der Tanzfläche aus. Viele kehrten zur späten Stunde zum Marstall zurück. Dort kümmerten sich 50 Helfer der Pfadfinder Neuburg, die tatkräftige Unterstützung aus Donauwörth hatten, um den reibungslosen Ablauf des Spektakels. Die Showband "Chlorfrei" heizte den Gästen mit Tanzmusik bis kurz nach vier Uhr kräftig ein. Die Gastgeber servierten verhexte Gerichte und Getränke. "Egal, ob 18 oder 60, alle feierten friedlich miteinander", freute sich Pfadfinder-Vorsitzender Oliver Sowa.

Nicht so auf dem Schrannenplatz, wo ein betrunkener 15-Jähriger nach einer Rangelei von einer mehrköpfigen Gruppe zusammengeschlagen wurde. Insgesamt sei das Narrentreiben laut Polizei aber gesitteter abgelaufen als in den Vorjahren. Eine Rolle spielte sicherlich auch der Einsatz von 23 Streifenbeamten, die in der Nacht auf Freitag in Neuburger Innenstadt im Einsatz waren.

Neuburg(xh)