12.02.2017 Es wird eine heiße Hexenparty, DK
Pfadfinder bereiten sich auf den Weiberfasching im Marstall v
Spaß an Weiberfasching haben die Neuburger Pfadfinder schon beim Aufbau, auch wenn der viel Arbeit macht, bis die Tarnnetze hängen, die Deko steht und alles für eine perfekte Weiberfaschingsnacht vorbereitet ist. - Foto: Hammerl
Schon die Jungpfadfinder packen mit an. Rund vier Wochen dauert der Aufbau für den Weiberfasching im Marstall, wobei die Neuburger Pfadfinder hauptsächlich Freitagabend und Samstag arbeiten. Damit am Donnerstag, 23. Februar zum bereits 38. Mal eine heiße Hexenparty steigen kann.
Reaktiviert wird die Sektbar. "Gruppen von fünf Mädels bekommen die Flasche Prosecco schon für acht Euro", kündigt Tommy Jacobsen an. Erkennbar solle sein, dass sie zusammengehören, beispielsweise anhand gleicher Kostüme. Und wenn verkleidete Männer dieses Privileg auch beanspruchen? "Das kommt dann drauf an, ob sie uns überzeugen können", antwortet der Stammesführer der St. Georg-Pfadfinder (DPSG) lachend. Im Gegensatz zum andernorts strenggenommenen Weiberfasching hat es in Neuburg Tradition, dass sich Männer unters Weibervolk mischen - ohne Gefahr zu laufen, dass ihnen die Kleider vom Leib gerissen werden.
Neu ist die Band, nachdem sich Chlorfrei anderweitig orientiert hat. Bis nach Niederbayern sind die Pfadfinder gefahren, um sich die niederbayerische Band Dirty Tones im O-Ton auf dem Gäubodenfest anzuhören. "Die Band füllt dort Bierzelte", erzählt Jacobsen - das sollte für den Marstall passen. Etwas aufgestockt von vier auf fünf Einsatzkräfte wurde die Security, um den gestiegenen Auflagen der Stadt gerecht zu werden. Danach wird es verstärkte Einlasskontrollen mit Taschendurchsuchungen geben und auch im Innenraum sollen jeweils zwei Security-Leute patrouillieren, damit es weiterhin gesittet zugeht. "Ich erwarte, dass es wieder superfriedlich wird", sagt der Cheforganisator, der erst einmal einen kleinen Zwischenfall erlebt hat, als sich im vergangenen Jahr zwei Frauen in die Haare gekriegt haben. Mit etwa 1100 zahlenden Gästen wie im Vorjahr rechnet er, wobei jeweils maximal 540 gleichzeitig im Marstall sein dürfen - was auch streng eingehalten werde. Etwa 50 Ehrenamtliche wird Jacobsen am Abend im Einsatz haben, zu 90 Prozent eigene Kräfte, die sich überwiegend aus den 76 aktiven Mitgliedern plus Ehemaligen rekrutieren. Verstärkt werden sie von sechs Donauwörther Pfadfindern, die im Gegenzug bei ihrem Ökomarkt Unterstützung aus Neuburg bekommen.
Zu essen gibt es "Nichts", wie Küchenchef Manfred Enders zunächst grinsend behauptet, ehe er aufzählt: "Hexensuppe, Hexenfinger, Teufelsburger und Sandwiches". Die Getränkepalette wurde um den aktuellen Modedrink Gin Tonic erweitert und zur Happy Hour wird es an der Bierbar jedes Bier zu zwei Euro geben, von 20 bis 22 Uhr alle Schnäpse für einen Euro. Gegen 4 Uhr wird die Band den Marstall mit einigen Rausschmeißern leeren. Für die Helfer geht die Nacht nach kurzer Verschnaufpause weiter - mit Aufräumen.
Wie gewohnt beginnt die wilde Nacht um 20 Uhr mit dem Hexentanz um beziehungsweise dem Hexensprung übers Feuer auf dem Ottheinrichplatz vorm Marstall. Den Takt wird der Fanfarenzug vorgeben und auch die Feuerspucker von Spectaculum de diabolico sind wieder mit von der Partie, um der Szenerie einen feurigen Anstrich zu geben und den Marstall in Feuerschein zu tauchen. Nach dem wohlverdienten Stamperl spielt der Fanfarenzug im Marstall kurz weiter, ehe er sich auf den Weg durch die Stadt macht.
